Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Neurochirurgie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Hydrozephalus

Normaldruckhydrocephalus

Der Normaldruckhydrocephalus ist eine besondere Form des Hydrocephalus (deutsch: „Wasserkopf“).

Unterschieden werden zwei Formen:   

  1. primärer oder idiopathischer Normaldruckhydrocephalus
  2. sekundärer Normaldruckhydrocephalus

Beim primären Normaldruckhydrocephalus findet sich keine auslösende Erkrankung. Diese Form des Hydrocephalus ist vorwiegend eine Erkrankung des älteren Menschen („Altershirndruck“). Der sekundäre Hydrocephalus kann als Folgeerkrankung u.a. nach einer länger zurück liegenden Subarachnoidalblutung, Hirnhautentzündung, einem Schädelhirntrauma oder z.B. Schädeloperationen auftreten.

Das Krankheitsbild zeichnet sich häufig durch eine Kombination von drei Krankheitszeichen aus, wobei nicht alle Merkmale vorhanden sein müssen.:     

  1. Gangstörung
  2. Harninkontinenz
  3. Demenz / kognitive Defizite

Zur weiteren Abklärung, ob die Erkrankung vorliegt, können verschiedene Untersuchungen und Tests durchgeführt werden. Mittels Computertomopgraphie (CCT) oder Kernspinttomographie (MRT) des Schädels kann ein erweitertes inneres Liquorsystem (Hirnwasserkammersystem) nachgewiesen werden.

NPH1

Abb. 1: Die inneren Hirnkammern sind deutlich erweitert im Kernspintomogramm

Ein Liquorablassversuch kann durch eine Nadelpunktion des Wirbelkanals oder mittels einer Lumbaldrainage durchgeführt werden. Hierbei erfolgt  eine einmalige oder über mehrere Tage andauernde Ableitung von Rückenmarkswasser (Liquor).

Bessern sich die Beschwerden nach dem Liquorablassversuch ist das Vorliegen eines Normaldruckhydrocephalus wahrscheinlich. Dann sollte eine operative Therapie diskutiert werden. Mittels ventrikuloperitonealer Ableitung wird hierbei Liquor aus den Hirnwasserkammern in die Bauchhöhle abgeleitet. Die Operation selbst erfolgt in Vollnarkose. Das Ableitungssystem verläuft unter der Haut vom Kopf bis zum Bauchraum. Zwischengeschaltet wird ein verstellbares Ventil, mit dessen Hilfe die Fördermenge der Ableitung bedarfsweise reguliert werden kann. Das Ventil läßt sich von außen mittels eines Magneten verstellen, ohne das hierzu eine erneute Operation erforderlich ist.

NPH2

Abb. 2: Ein solches Ventil wird zwischen einen Ableitungsschlauch eingesetzt, der das Hirnwasser aus dem Schädelinnenraum in den Bauchraum ableitet. Das unter die Haut eingepflanzte Ventil kann über einen Magneten verstellt werden.

Es werden Besserungsraten nach einer Operation von 70-90% angegeben. Jedoch ist das Ausmaß der Linderung der Beschwerden individuell sehr verschieden. Eine frühzeitige Diagnose bessert die Chancen für eine erfolgreiche operative Therapie. Da es sich bei dem Normaldruckhydrocephalus um eine chronische, nicht heilbare Erkrankung handelt, ist eine langfristige medizinische Betreuung erforderlich. Hierzu erfolgen regelmäßige Nachuntersuchungen.

Sollten nach Implantation einer Ableitung vermehrte Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, eine Zunahme der Gangunsicherheit, Übelkeit/ Erbrechen, Sehstörungen/ Doppelbilder, vermehrte Konzentrationsstörungen, Schläfrigkeit, Wesensveränderungen, abdominelle Beschwerden o.ä. auftreten, sollte die betreuende Klinik aufgesucht und eine Funktion der Ableitung untersucht werden.

Letzte Änderung: 23.07.2015 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 

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